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FranzWantochRekowski_4Aus dem Leben eines Schlesiers: Jugend - Kriegsfahrt - Wanderjahre (1851-1873)

Franz von Wantoch Rekowski  (München 1915)

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Nach Erscheinen seines ersten Buchs “Kriegstagebuch aus dem Feldzuge 1870/71 gegen Frankreich” im Jahr 1914 schrieb Franz seine Kindheits- und Jugenderinnerungen nieder. Nach Rücksprache mit seinem Verleger erschien daraufhin 1915 eine Neuauflage des Kriegstagebuchs, ergänzt mit einem ersten Kapitel “Jugend” sowie einem Folgekapitel “Wanderjahre”.

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Inhalt:

1. Jugend (1851-1870)

- Früheste Jugend in der schlesischen Heimat 1851-1862

- Im Kadettenhause. Arbeit und Pflichterfüllung 1862-1871

2. Kriegstagebuch 1870/71

3. Wanderjahre 1871-1873: Im neuen Beruf

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Das erste Kapitel umfasst eine kurze Einführung in die Familienabstammung und -verhältnisse. Als sein Vater 1858, unter Hinterlassung von vier unmündigen Kindern, an einer schweren Lungenentzündung starb, war er sieben Jahre alt. Mit elf Jahren kam er daraufhin ins Kadettenkorps, zuerst nach Wahlstatt bei Liegnitz, später in die Hauptkadettenanstalt nach Berlin. Im Jahre 1869 stand er das Fähnrichsexamen und wurde in die Selecta des Kadettenkorps einberufen. Gleichzeitig wurde er zum Leibpagen des Kaisers Wilhelm I. ernannt und nahm als solcher an den Hoffestlichkeiten des Winters 1869/70 teil.

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Auszug aus dem Kapitel “Im Kadettenhause”:

“Im ganzen war die Lebensführung, Erziehung und Verpflegung damals eine spartanisch strenge, einfache und namentlich für die jüngeren unter uns, die erst im Alter von zehn bis dreizehn Jahren standen, eine liebeleere, die uns das Elternhaus schwer vermissen ließ. Nicht nur, daß von irgend einem persönlichen Verhältnis zu den Lehrern und Erziehern niemals die Rede war, wurden die jüngeren Knaben der Sexta und Quinta von den älteren vierzehn- bis fünfzehnjährigen Quartanern und Tertianern arg gequält. So mußten die jüngeren den älteren allerhand Dienste leisten, ihre Kleider putzen und sich jede Grobheit und Mißhandlung, die gelegentlich in Grausamkeit ausartete, schweigen gefallen lassen. Klagen galten als unmännlich und Beschwerden beim Erzieher als unkameradschaftlich. Also: “Lerne zu leiden ohne zu klagen!”. Die Beköstigung war sehr mangelhaft und unzureichend, so daß wir niemals recht satt wurden. Die großen Schlafsäle wurden selbst bei starker Winterkälte nicht geheizt, was um so fühlbarer war, als unser Bett nur aus einer Matratze, einem harten Keilkissen und einer, im Winter zwei, Wolldecken bestand. Mäntel oder Kopfbedeckung wurden selbst im Winter auf den Spielplätzen niemals getragen. Eine Badeanstalt oder Wannenbäder waren in der Anstalt nicht vorhanden. Nur in den heißen Sommerwochen wurden in einem ziemlich entfernten kleinen See Bäder genommen. Trotz dieser überaus harten Erziehung blieben wir im ganzen gesund und leistungsfähig...

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